Waldkindergarten Tiefenbach

Waldkindergarten Tiefenbach

Während der Eingewöhnung sieht unser Tagesablauf im Moment wie folgt aus:
8.30 – 9.00 Uhr Treffen am Bauwagenplatz
9.00 – ca. 9.20 Uhr Weg zum Tipiplatz
9.20 – ca. 9.40 Uhr Morgenkreis
9.40 – ca. 10.00 Uhr 1. Brotzeit
10.00 – 11.30 Uhr Freispielzeit
11.30 – 12.00 Uhr 2. Brotzeit
12.00 – 12.10 Uhr Abschlusskreis
12.10 – 12.30 Uhr Weg zurück zum Bauwagenplatz
Wenn die Eingewöhnung abgeschlossen ist werden die Zeiten verlängert.

Treffen am Bauwagenplatz

Gleich morgens beginnen wir damit unseren Bauwagenplatz herzurichten und die Äste, die noch von den Waldarbeiten herumliegen auf einen Haufen zu räumen. Aus dickeren Ästen haben wir die Umrandung für den zukünftigen Sandhaufen gelegt. Jetzt kann dann die Sandlieferung kommen. Unter den Ästen haben wir die ersten Schätze, wie Baumscheiben und schöne Holzstücke gefunden, die wir gleich zum Spielen genutzt haben. Aus zwei Holzstücken sind zwei Platzwächter entstanden, indem wir ihnen mit Kreide Gesichter gemalt und mit Wolle und Naturmaterialien Haarschmuck gemacht haben.

Auf dem Weg zum Tipiplatz

Auf dem Weg müssen wir unsere Augen immer ganz gut offenhalten, da sich am Waldrand laminierte Tiere versteckt haben, die darauf warten von den Kindern eingesammelt zu werden. Zudem haben wir in einer Wasserpfütze neben dem Weg Froschlaich entdeckt, den wir jeden Tag beobachten, um zu sehen, ob schon Kaulquappen geschlüpft sind.

Morgenkreis

Am zukünftigen Tipiplatz haben wir mit einer schönen Baumscheibe eine Mitte gestaltet. Zu Beginn des Morgenkreises darf im Wechsel jeden Tag ein anderes Kind die Kerze anzünden, die wir dann in die Mitte stellen. Danach werden wir erstmal ganz leise, um hören zu können, welche Geräusche wir im Wald wahrnehmen. Danach singen wir unser Begrüßungslied „Hallo, hallo, schön dass du da bist“, um im Anschluss immer wieder etwas Neues zu erfahren. So haben wir die Mitmachgeschichte vom Regenwurm Klaus gelernt und auch das Lied „Hörst du die Regenwürmer husten“ gesungen. Heute haben wir ein Experiment gemacht, indem wir gefaltete Papierblüten in eine Schale voll Wasser gelegt haben. Wir haben sie dann beobachtet und wie durch ein Wunder sind sie im Wasser aufgeblüht. Das war sehr spannend.

Freispielzeit

In der Freispielzeit haben wir am Tipiplatz bereits ein kleines Tipi aus Stöcken gebaut. Dort kann man gut kochen und erste Rollenspiele spielen. Mit Kreide haben wir dann auch noch die Bäume bemalt und auch sonst schon einige Mobiles aus Naturmaterialen als Zierde aufgehängt. Um gut arbeiten zu können haben wir das erste Werkzeug (Schere, Laubsäge, Hammer und Nägel) dabei. Gemeinsam üben wir, wie man dieses Werkzeug richtig benutzt. Um es nicht zu verlieren liegt das Werkzeug immer auf einer Folie. Zudem haben wir jeden Tag Bücher dabei, die während der Freispielzeit gelesen oder angeschaut werden können. An zwei Tagen haben wir einen Ausflug zur Wiese gemacht. Dort war es richtig warm in der Sonne und wir haben viele lustige Sachen ausprobiert, wie den Hang hinunterkugeln, wie ein Flieger fliegen, Ball spielen, u. v. m. Außerdem gibt es dort die ersten Frühlingsblumen, wie Buschwindröschen und Schlüsselblume zu bewundern.
Heute haben wir dann Besuch von unserem Förster bekommen. Gemeinsam mit ihm sind wir zu den Borkenkäferfallen gegangen, um nach zu sehen, ob schon welche drinnen sind. In einer Falle waren schon ganz viele. Die anderen beiden waren leer. Der Förster hat uns erklärt, dass die Borkenkäfer nur schwache Fichten mögen. Da die letzten beiden Sommer aber sehr warm waren sind viele Fichten geschwächt und das nutzt der Borkenkäfer aus.
Natürlich haben wir die Zeit auch genutzt uns alle besser kennenzulernen.

Abschlusskreis

Der Abschlusskreis beginnt immer mit dem Abschlusskreislied. Danach hören wir nochmal, was uns der Wald zum Abschied noch so erzählen mag. Im Anschluss geht es dann zurück zum Bauwagenplatz.

Feste Tagesstruktur

Wichtig sind zur Eingewöhnung eine feste Tagesstruktur und Rituale, da dies Sicherheit und Orientierung vermittelt.

Individuelle Gestaltung

Die Eingewöhnungszeit wird für jede Familie individuell gestaltet. Je nach Alter, Persönlichkeit und Vorerfahrungen des Kindes sind die Bedürfnisse ganz individuell. Wichtig ist zudem immer, dass sich die Eltern wohl fühlen und ebenso wie die Kinder vertrauen fassen.

Damit das pädagogische Personal Kontakt zu den Kindern aufnehmen kann ist es hilfreich, wenn sich die Eltern nach und nach zurücknehmen und eine Beobachterrolle einnehmen, um nach Bedarf erreichbar zu sein. Für die spätere Kind-Erzieherin-Bindung ist es sehr wichtig, dass dieser Einstieg achtsam passiert.

Kommunikation

So kommunizieren wir zu Beginn überwiegend mit den Eltern, bis die Kinder von sich aus auf uns zukommen. Nach den ersten gemeinsamen Tagen im Wald und vorbereitenden Gesprächen verabschiedet sich der begleitende Elternteil in der Freispielzeit für eine kurze Zeit, so dass das Kind die Erfahrung machen kann, dass die Eltern wiederkommen. Nach und nach wird diese Zeitspanne dann verlängert.

Sicherheit

Es kann trotzdem sein, dass es anfangs ein paar Tränen gibt, das gehört auch mal zu einem Abschied dazu. Wir sind dabei bemüht, gemeinsam mit den Eltern die Bedürfnisse des Kindes zu achten und geben immer Rückmeldung, wie die Zeit der Trennung verlaufen ist. Sehr wichtig dabei ist die positive Einstellung von Seiten der Eltern zur Trennung, damit sie für ihr Kind Klarheit und Sicherheit ausstrahlen können. Wichtig ist es das Kind immer auf den Abschied vorzubereiten und schon im Vorfeld feste Zeiten zu vereinbaren. Der eigentliche Abschied sollte dann eher kurz und klar sein.